Täter

Verschiedene Auswertungen von Stalking haben ergeben: In zahlreichen Fällen haben die Stalker Störungen ihrer Persönlichkeit. Oft haben sie ein geringes Selbstwertgefühl und kommen aus einem schwierigen sozialen Umfeld.

Damit sind Stalker oft selber Opfer, die aus einem inneren Antrieb und Zwang heraus handeln. Die Motive der Stalker sind sehr unterschiedlich. Einige Forscher unterscheiden derzeit verschiedene Typen/ Gruppen von Stalkern, wie zum Beispiel:

Der Bekannte – Stalker aus dem persönlichen Umfeld – der Ex-Partner, nahe Verwandte, Bekannte, Arbeitskolleginnen und Kollegen oder Freunde, die durch die Verfolgung eine „Aussprache“, eine „Klärung“, eine „Aussöhnung“, eine „letzte Chance“ erreichen möchten.

Der Verliebte – Stalker, die in ihr Opfer verliebt sind. Sie versuchen eine engere Beziehung herzustellen. Oft nehmen sie gar nicht wahr, dass ihre Opfer diese Nähe und Beziehung gar nicht möchten.

Der Narzisst – Stalker, die versuchen einen Kontakt mit berühmten, attraktiven oder allseits bekannten Menschen zu erreichen. Sie selbst sind narzisstisch veranlagt und suchen eine Bühne dafür. Sie neigen in der Regel zur Selbstüberschätzung. Daher können sie gar nicht verstehen, wenn ihre Opfer sie ablehnen. Diese Hilflosigkeit macht sie oft wütend.

Der Rächer – diese Stalker belästigen ihre Opfer um ihnen Angst oder Schrecken einzujagen. Sie sind oft paranoid und verfolgen häufig Berufsgruppen wie Rechtsanwälte, Richter, Ärzte, Berater von denen sie denken, dass sie ihnen in irgendeiner Weise geschadet haben. Auch Zeugen, die eine Aussage gegen sie gemacht haben, sollen auf diese Art und Weise eingeschüchtert werden. Letztlich besteht auch die Möglichkeit, dass der Täter auf Rache sinnt.

Der Jäger – diese Stalker haben das Ziel, ihr Opfer zu jagen, tätlich anzugreifen und zu verletzen. Sie verfolgen ihre Opfer oftmals über sehr lange Zeiträume. Körperverletzungen, Vergewaltigungen oder Sachbeschädigungen sind in diesen Fällen häufig. Dabei geht es vorrangig darum, immer die Kontrolle zu behalten – auch mit Gewalt.

Vor allem das geringe Selbstwertgefühl des Stalkers treibt ihn dazu, sein Opfer zu erniedrigen, um seine Macht zu demonstrieren. Sein Ziel ist es, das Opfer zu verunsichern, die Persönlichkeit des Opfers zu erschüttern und im schlimmsten Fall die Existenz des Opfers zu zerstören – unverständlicherweise auch in den Fällen, in denen es sich um so genannte Liebesbezeugungen handeln soll.

Da der Täter zwanghaft fixiert ist, kann er oftmals nicht von seinem Opfer ablassen. Es besteht die große Gefahr, dass dieses Verhalten immer mehr eskaliert und damit für das Opfer immer bedrohlicher wird. Dabei ist vielen Stalkern nichts zu teuer, wenn er von seinem psychoterroristischen Wahn getrieben ist.
Über 75% der Täter sind männlich. Es gibt auch Täter unter Schwulen und Lesben.

Weitere Information ist für Sie im Kapitel „Der Stalker“ bereitgestellt.