Das Umfeld informieren!

Viele Stalking-Opfer wissen nicht, wie sie ihrem Umfeld mitteilen, dass sie gestalkt werden. Manche schämen sich und meinen, sie sind selbst Schuld an ihrer Situation. Oft wird aus Hilflosigkeit oder aus Scham geschwiegen. Doch wir können allen Betroffenen nur ans Herz legen,  ihre Freunde, Familie, Nachbarn und Bekannten, Vermieter sowie Arbeitgeber über die aktuelle Situation so frühzeitig wie möglich zu informieren. Sie als Betroffener wissen am besten, wer aus Ihrem Umfeld informiert sein sollte. Bitte zögern Sie nicht!

Warum? Viele Stalker manipulieren das Umfeld des Opfers und hetzen durch Anschuldigungen es gegen das Opfer auf, instrumentalisieren Freunde und Bekannte zu Informationsquellen und zum Ausspionieren neuer Handynummern bzw. von neuen E-Mail-Adressen.

Praxis-Tipps:
Beginnen Sie Ihr Gespräch mit Vertrauten im Umfeld möglichst mit einer Einleitung, dass Sie etwas Ungewöhnliches, Unnormales, Seltsames zu berichten haben. Damit bereiten Sie den Boden für mehr Verständnis für Ihre Situation.

Prüfen Sie selbst. Vielleicht ist ein guter Start eine Geschichte über eine dritte Person, die genau die gleichen Stalking-Handlungen über sich ergehen lassen muss, wie Sie und beobachten Sie die Reaktion Ihrer Zuhörer.

Fragen Sie zwischendurch immer wieder nach der Meinung Ihrer Zuhörer. Durch die Antworten erkennen Sie den Grad des Verständnisses der Zuhörerin oder des Zuhörers für ein Stalking-Opfer. Fragen Sie auch nach Lösungen für die gestalkte Person oder auch, was die Zuhörerin bzw. der Zuhörer machen würde, wenn ihm so etwas widerfahren würde. Daran werden Sie erkennen ob Sie mit Verständnis rechnen können.

Führen Sie ihr Umfeld nur ganz langsam und behutsam darauf hin, dass Sie es sind, die verfolgt, beobachtet, gestalkt wird. Die Erfahrung zeigt: Das Verständnis für Ihre Situation braucht bei den meisten Nicht-Betroffenen etwas Zeit, um sich zu entwickeln.

Bringen Sie als Beleg für Ihre Aussagen gegebenenfalls ein paar Beweise (nie alle Beweise gleichzeitig) mit und auch nur eine Kopie der Aufzeichnungen über die Aktivitäten des Stalkers.

Denken Sie auch ggf. an Ihren Vermieter, an Ihren Arbeitgeber und auch an die Arbeitskolleginnen und –kollegen. Und sprechen Sie mit uns, wenn Sie sich unsicher sind.

In über 5 Jahren konnte unser Team mehr als 300 Opfern wertvolle Unterstützung sein.